Veranstaltungen der EuropaUnion Haan

im Jahr 2018

 

 

 

13. Haaner Rathausgespräche:

Vertiefung der EU - aber wie?

Für das erste Rathausgespräch des Jahres 2018 luden wir zusammen mit der VHS Hilden-Haan zum 20. Februar deren neuen Leiter, Martin Kurth, zu einem Vortrag zum oben genannten Thema ein.

Der historische Sitzungssaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Herr Kurth nutzte die Gelegenheit, sich den Anwesenden vorzustellen. Als studierter Politologe mit dem Schwerpunkt internationale Beziehungen beschäftigte er sich in seiner Magisterarbeit mit dem europäischen Verfassungskonvent, der die Grundlagen für den geltenden Lissabonner Vertrag bildete.

Emmanuel Macron, Martin Schulz und Jean Claude Juncker haben in der Vergangenheit Vorschläge formuliert, die Grundlage eines neuen Verfassungskonvents werden könnten, um insgesamt die Integration Europa voranzutreiben. Die Zuhörer, aber auch der Referent äußerten ihre Zweifel, ob die Vorschläge in naher Zukunft umgesetzt werden können. Bekannt ist die Forderung nach einem gemeinsamen Finanzminister mit einem gemeinsamen Eurozonen-Haushalt, um „klammen“ Euroländern effektiver helfen zu können. Dazu gehören auch eine EU-weite Transaktionssteuer, eine Einlagensicherung, oder ein Handelsstaatsanwalt zur Wahrung europäischer Interessen. Aber auch ein europäischer Mindestlohn und eine EU-Arbeitsagentur, sogar eine EU-Arbeitslosenversicherung stehen auf der Agenda, wobei hier schon unterschiedliche Sozialniveaus Schwierigkeiten bereiten. Insbesondere Macron fordert einen obligatorischen Schüleraustausch; bis 2025 sollen 50%  der Jugendlichen zwei Sprachen beherrschen können. Zu diesen Punkt kam von einem Zuhörer die Forderung nach einem europäischen Bildungssystem, da sich zurzeit alle Austauschprogramme auf den Ausbildungs- oder Universitätsbereich beschränken.

Durch die Schaffung einer EU-Asylbehörde sollen Asylanträge schneller bearbeitet werden; das „Dublin“-System muss dringend reformiert werden.

Im Rahmen der Inneren Sicherheit  wird eine europäische Grenzpolizei gefordert, eine Aufstockung der Frontex und ein EU-Staatsanwalt für grenzüberschreitende Straftaten.

Die Anwesenden nahmen die Gelegenheit wahr, ihre Vorstellungen und Ansichten  in einer regen Diskussion kundzutun und bedankten sich  für den Vortrag mit kräftigen Applaus.

Fritz Köhler, Vorsitzender der Europa-Union Haan überreichte dem Referenten ein Gastgeschenk und freute sich auf die weitere enge Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Hilden-Haan.

Mitgliederversammlung

Vorstand des Stadtverbands bleibt vorübergehend im Amt

Bei der planmäßigen Mitgliederversammlung der Europa-Union Haan am 6. März in der Aula des Schulzentrums Walder Straße hätte laut Satzung ein neuer Vorstand gewählt werden müssen. Nach Vorliegen einer neuen Satzung, die drei Mitglieder des Vorstands ausgearbeitet haben und die momentan juristisch geprüft wird, soll von den Mitgliedern entschieden werden, ob der Stadtverband Haan weiterhin ein Unterverband des Landesverbandes bleiben oder ein selbstständiger eingetragener Verein werden soll. Darüber sollen die Mitglieder zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Nach dem Bericht unseres Schatzmeisters Ulrich Wüstenhöfer wurde diesem von den Rechnungsprüfern P. Püschel und G. Mayer auch aufgrund der jährlichen Übderprüfung eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt, so dass Schatzmeister und Vorstand entlastet werden konnten.

 

Zum Jahresthema „Iberische Halbinsel“ gab Vereinsmitglied Prof. Dr. Wolfgang Eibner interessante Einblicke in das Unabhängigkeitsbestreben Kataloniens. Er zeigte den erstaunten Zuhörern, welche negativen Folgen eine Unabhängigkeit haben würde: Fortfall des Euros, kein Zutritt mehr zum EU-Binnenmarkt, keine Garantien der EZB, wirtschaftliche Rezession durch Abwanderung von Unternehmen. Selbst wenn die Katalanen dies alles in Kauf nehmen würden, müsste die spanische Regierung laut Verfassung die Bestrebungen Kataloniens unterbinden, notfalls militärisch.

Fritz Köhler, Vorsitzender der Europa-Union Haan beendete zufrieden den offiziellen Teil des Abends und merkte an, dass die geplante Reise nach Portugal mit 37 Teilnehmern bereits ausgebucht sei.

Die scherzhaft als „Europa-Köche“ betitelten Kochkünstler um „Starkoch“ Peter Kannemann zauberten passend zum Jahresthema einen Tapasteller, der die Anwesenden begeisterte. Bei spanischem Wein und Bier fanden noch anregende Gespräche unter den Anwesenden statt.

Fahrt nach Brüssel

Haaner im Europäischen Parlament

Ausgebucht bis auf den letzten Platz - so besuchte die Europa-Union Haan Zusammenarbeit mit der VHS Hilden-Haan am 7. März die Europa-Parlamentarierin und Vorsitzende des Kulturausschusses im Europäischen Parlament, Petra Kammerevert, in Brüssel.

Zuvor besichtigte die Gruppe das erst im Jahr 2017 eingeweihte Haus der Europäischen Geschichte. Von der griechischen Antike bis zum Vertrag von Lissabon - über 2000 Jahre europäische Geschichte unter einem Dach. Wer möchte, könnte sich ohne weiteres einen halben Tag hier aufhalten.

Abgerundet wurde die Exkursion durch eine Stadtrundfahrt sowie eine Stadtführung durch die historische Altstadt.

Kulturreise nach Portugal

Eine Portugal-Reise voller historischer und kultureller Entdeckungen hatte Gerhard Mayer (von 1996 bis 2006 Vorsitzender der Europa-Union Haan) zusammengestellt, die er in Kooperation mit der VHS Hilden-Haan vom 3. bis 10 Mai leitete. Mit dabei Luis Guia, ein Portugiese, der die Haaner und Hildener als wanderndes historisches Lexikon zu Orten geschichtlicher, religiöser und zeitgenössischer Begegnungen führte.

Auch wenn bei der Ankunft in Porto vier Koffer fehlten (weil am Flughafen Düsseldorf die Förderbänder zeitweise streikten und die Koffer erst drei Tage später die Gruppe in Fátima erreichten), war dies eine Reise in das westlichste Land des europäischen Festlandes, die allen unvergesslich bleiben wird.

Fast jeden Tag erlebte die Gruppe Orte einzigartiger und authentischer Prägung. Sieben UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten besuchte die Gruppe. Dazu gehörten die engen Gassen des historischen Zentrums von Porto, die historische bedeutsame Universitätsstadt Coimbra, die beeindruckende Anlage der Burg der Tempelritter und des Christusritterkonvents in Tomar, das weltberühmte mittelalterliche spätgotische Kloster Santa Maria da Vitoria in Batalha, das ehemalige Zisterzienserkloster in Alcobaça und das Hieronymus-Kloster in Belém.

Auf dem Weg zum westlichsten Festlandspunkt Europas, dem Cabo da Roca (siehe Foto) wurde das siebte Weltkulturerbe, die Sommerresidenz der Portugiesischen Könige in der alten Maurenstadt Sintra besucht.

Im Marienwallfahrtsort Fátima nahmen viele Gruppenmitglieder gemeinsam mit ca. 5000 Pilgern am Rosenkranzgebet und an der nächtlichen Lichterprozession teil. Dieser besondere Ort regte zu intensiven Gesprächen innerhalb der Reisegruppe an.

Und immer wieder sehen sie Eukalyptus-Wälder, auch abgebrannte, die für die Zellstoffindustrie plantagenmäßig erweitert werden, aber ein Problem für die Umwelt sind. Die Bäume brennen wegen der  ätherischen Öle lichterloh, wie die Waldbrände 2017 mit vielen Toten belegen. Da war ein Spaziergang durch den seit Jahrhunderten unter Naturschutz stehenden „Zauberwald“ am Westhang der Bussaco-Berge mit seinen riesigen Mammutbäumen, meterhohen Farnbäumen und wildwachsenden Callas eine wahre Erholung.

In portugiesischer Atmosphäre bei landestypischen Speisen soll im Juni ein Nachtreffen stattfinden.

Fahrt nach Luxemburg am 07.12.2018

zum Weihnachtsmarkt nach Luxemburg Stadt