An dieser Stelle finden Sie die Berichte zu den 2026 durchgeführten Veranstaltungen der EuropaUnion Haan e.V.

Hildener Rathausgespräch

06.05.2026

Täuschend echt - 
Wie Medienmanipulation, Desinformation und Deepfakes unsere Demokratie(n) bedrohen

Studienreise Schengen - Verdun - Luxemburg

21.-24.04.2026

Vier Tage lang stand unsere Studienreise ganz im Zeichen Europas, seiner Geschichte und seiner demokratischen Entwicklung. Auf dem Programm standen Ende April für 31 Mitglieder: Schengen, Verdun und Luxemburg – Orte, die auf sehr unterschiedliche Weise mit den Wurzeln und Herausforderungen des europäischen Einigungsprozesses verbunden sind.

Vor dem ersten Reiseschwerpunkt Schengen gab es die Gelegenheit zur Besichtigung der Saarschleife.

Danach folgte Schengen, gelegen in Luxemburg. Dort besichtigten wir unter fachkundiger Führung das Schiff „Princesse Marie-Astrid“, auf dem im Juni 1985 das Schengener Abkommen von fünf europäischen Ländern unterzeichnet wurde. Gerade dieser Ort macht deutlich, welche historische Bedeutung Schengen für das heute selbstverständliche Reisen ohne Grenzkontrollen in weiten Teilen Europas hat. Der Besuch war ein eindrucksvoller Auftakt, um europäische Zusammenarbeit nicht nur theoretisch, sondern ganz konkret zu erleben.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch von Verdun. Dort erhielten wir im Rahmen einer fast fünfstündigen Führung einen tiefen Einblick in das historische Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs. Mit Museum, Fort de Douaumont und Beinhaus wurde eindringlich sichtbar, welche grausamen Folgen nationale Konfrontation haben kann. Gerade vor diesem Hintergrund wurde die europäische Einigung als Friedensprojekt besonders greifbar. Verdun machte nachdrücklich deutlich, wie wichtig Demokratie, Verständigung und Versöhnung für die Sicherung des Friedens in Europa sind.

In Luxemburg besuchten wir schließlich das Europäische Parlament und verbanden dies mit einer Stadtführung, die uns die besondere Rolle des Landes im Herzen Europas näherbrachte.

Abgerundet wurde die Reise durch den Besuch der deutschen Botschaft in Luxemburg und das Gespräch mit dem stellvertretenden Botschafter Roland Seeger. Dieser persönliche Austausch bot die Gelegenheit, die diplomatische Perspektive auf die Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union kennenzulernen.

Die Reise verband eindrucksvoll historische Erfahrung, politische Bildung und europäische Gegenwart. Sie zeigte, dass Europa nicht abstrakt ist, sondern an ganz konkreten Orten erfahrbar wird – in Schengen als Symbol offener Grenzen, in Verdun als Mahnung an die Schrecken des Krieges und in Luxemburg als Sitz europäischer Institutionen.

Einen stimmungsvollen Abschluss fand die Reise schließlich bei einer gemeinsamen Weinprobe in Mehring an der Mosel, bei der die vielfältigen Eindrücke in geselliger Runde nachklingen konnten.

Europa im Dialog – Dialog zw. der zyprischen Botschafterin und dem NRW Staatssekretär

16.05.2026

Auf Einladung der Staatskanzlei des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien, Nathanael Liminski, nahm der Vorsitzende der Europa-Union Haan an einer Veranstaltung in der Düsseldorfer Staatskanzlei teil. Anlass war die aktuelle zyprische EU-Ratspräsidentschaft, die durch Botschafterin Maria Papakyriakou vertreten wurde. Neben Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung nahmen auch zahlreiche Repräsentantinnen und Repräsentanten verschiedener Konsulate teil.

Botschafterin Papakyriakou skizzierte in ihrem Vortrag die fünf Leitlinien der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft, darunter Sicherheit und Verteidigungsbereitschaft sowie Wettbewerbsfähigkeit in Verbindung mit einer Wertegemeinschaft, die niemanden zurücklässt. Zypern wolle, so Papakyriakou, seine Ratspräsidentschaft nutzen, um die europäische Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und gemeinsame Lösungen für aktuelle Herausforderungen voranzubringen.

Auf die Frage aus dem Podium zur Einstimmigkeit in der EU, angeregt durch die Entwicklungen in Ungarn, betonte die Botschafterin, dass auch Zypern weiterhin zur Einstimmigkeit stehe. Dies geschehe nicht, um gegen Europa zu agieren, sondern aus der Überzeugung heraus, dass kleinere Mitgliedstaaten bei Abstimmungen nicht untergehen dürften.

In der anschließenden Podiumsdiskussion übernahm Christian Wiermer, Regierungssprecher des Landes NRW und Staatssekretär für Europa und Internationale Angelegenheiten, in Abwesenheit von Minister Liminski die Perspektive der Staatskanzlei wahr.

Im Verlauf des Abends sprach der Vorsitzende der Europa-Union Haan eine Einladung an Christian Wiermer aus, in Haan einen Vortrag zu halten und dort den Mitgliedern der Europa-Union Haan die europäische Idee im direkten Gespräch weiter zu vertiefen. 

K-K-K, Kunst-Kodex-Kneipe

15.04.2026

Unser K-K-K Tag Mitte April begann im Von der Heydt-Museum Wuppertal mit der Ausstellung zu Carl Grossberg. Die Führung machte eindrucksvoll deutlich, dass Grossberg, 1894 in Elberfeld geboren, zu den bedeutenden Malern der Neuen Sachlichkeit zählt und sich in seinem Werk vor allem mit Architektur und Industrie beschäftigte. Seine sachlich-klaren Bildwelten eröffneten einen konzentrierten Blick auf die Moderne des frühen 20. Jahrhunderts.

Im Anschluss führte uns der Weg in das historische Polizeipräsidium Wuppertal, einen Erinnerungsort, der die widersprüchliche Geschichte des 20. Jahrhunderts in besonderer Weise widerspiegelt. Das Gebäude wurde 1939 in Betrieb genommen und diente von September 1939 bis April 1945 als Zentrale der NS-Verfolgungsbehörden im bergischen Städtedreieck. Dort waren Ordnungspolizei, Kriminalpolizei und Gestapo untergebracht; das Haus war damit nicht nur Verwaltungsgebäude, sondern zugleich Tatort des nationalsozialistischen Terrors. Von dort aus wurden Menschen überwacht, denunziert, verhört, verschleppt und in vielen Fällen in den Tod getrieben.

Besonders eindrücklich war die Geschichte von Saal 300. In diesem historischen Festsaal des Präsidiums fand von Oktober 1967 bis März 1968 der sogenannte Białystok-Prozess statt. Angeklagt waren 14 ehemalige, teils noch aktive Polizeibeamte wegen der Ermordung von über 1000 Juden in der polnischen Stadt Białystok im Juni 1941. Der Prozess zeigte auf erschütternde Weise, dass das Verbrechen nicht auf „höheren Befehl“, sondern auf eigene Initiative der Täter verübt worden war. Saal 300 wurde damit zum Ort der juristischen Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen.

Nach diesen eindrucksvollen und auch belastenden Eindrücken klang der Tag im Wuppertaler Brauhaus in geselliger Runde aus. Gerade dieser Übergang vom ernsten Erinnerungsort hin zu einem gemeinsamen, ruhigeren Abschluss machte den Besuch in seiner ganzen Spannweite erlebbar: Kunst, Geschichte und Mahnung gehörten an diesem Tag untrennbar zusammen.

Verdun, Kriegsschauplatz 1916

08.04.2026

Axel Meyer (Vorsitzender Bergischer Geschichtsverein) hat die Teilnehmer informativ und zugleich kurzweilig durch die erschütternde Geschichte von Verdun als Kriegsschauplatz geführt. Besonders eindrücklich wurde dabei das Kriegsgeschehen des Ersten Weltkriegs eingeordnet: Der Erster Weltkrieg begann im Sommer 1914 und endete im November 1918 mit dem Waffenstillstand, aufgrd. der aussichtslosen militärischen Lage.

Das zentrale Vortragskapitel war die Schlacht um Verdun, die vom 21. Februar bis zum 19. Dezember 1916 andauerte. Sie gilt als eine der verlustreichsten Materialschlachten der Geschichte: Rund 300.000 Soldaten verloren ihr Leben, Hunderttausende wurden verwundet. Verdun wurde so zum Sinnbild für die Sinnlosigkeit und Brutalität des industrialisierten Krieges.

Ernüchternd bleibt die Erkenntnis, dass viele Befehle aus Hochmut und strategischer Verblendung herausgegeben wurden und oftmals jedweder menschlichen Verantwortung und Verhältnismäßigkeit entbehrten. Umso bedrückender ist es, dass sich in aktuellen Konflikten bisweilen Parallelen erkennen lassen, die zeigen, wie fragil politische Vernunft sein kann, wenn Machtinteressen dominieren.

„Ein Herz für Europa“ 2026

12.04.2026

Für die jährliche Kunstreihe unserer Europa-Union „Ein Herz für Europa“ überreichte die Haaner Künstlerin Angelika Preuß ihr eigens für diesen Anlass geschaffenes Gemälde mit dem Titel „Europa liegt in unseren Händen“. Das Werk soll eindrucksvoll Denkanstöße geben und Menschen ermuntern, die gemeinsamen Werte von Freiheit, Toleranz und Zusammenhalt zu leben. " Gerade in Zeiten der aktuellen Krisen in der Welt ist es wichtig, dass Europa zusammensteht und sich ein Herz fasst, um für Demokratie, Menschenrechte und ein friedliches Miteinander einzutreten ", so die Künstlerin.

Das Kunstwerk versteht sich damit nicht nur als künstlerisches Statement, sondern auch als Appell, die europäischen Werte bewusst zu bewahren und gemeinsam zu verteidigen.

Das Werk von Angelika Preuß ist bereits das fünfte Kunstwerk für die Europa-Union Haan aus der Serie „Ein Herz für Europa“ und folgt auf die Arbeiten von Sabine Schilling (2022), Peter Püschel (2023), Wolfgang Niederhagen (2024) und Jutta Pauly (2025).

Der Vorstand spricht seinen herzlichen Dank für die ehrenamtliche Arbeit an Angelika Preuß aus und bedankt sich zugleich nochmals bei den Künstlerinnen und Künstlern der vorherigen Werke.

Besuch im WDR Studio Düsseldorf

24.03.2026

Blick hinter die Kulissen von ZDF und WDR, Düsseldorf-

Ein spannender Blick hinter die Kulissen führte die Teilnehmenden zu einer Führung durch das ZDF- und WDR-Landesstudio Düsseldorf. Der Besuch bot interessante Einblicke in die Arbeit zweier großer öffentlich-rechtlicher Sender und zeigte eindrucksvoll, wie viel Technik, Organisation und journalistische Präzision hinter einer Fernsehsendung stehen.

Besonders eindrucksvoll war der Besuch des ZDF-Studios, in dem die Aufzeichnung von „Volle Kanne“ stattfindet. Hier wurde deutlich, wie professionell eine tägliche Sendung vorbereitet, gestaltet und produziert wird. Auch das WDR-Studio für das Lokalfernsehen vermittelte anschaulich, wie nah regionale Berichterstattung am Alltag der Menschen ist und wie wichtig die Verbindung von Aktualität und lokale Nähe (durch elf NRW Landesstudios) bleibt.

Hervorgehoben wurde zudem, dass Beiträge und Nachrichten vor der Veröffentlichung intensiv geprüft werden. Die Teilnehmenden erfuhren, dass Inhalte mehrstufig kontrolliert und sorgfältig verifiziert werden, um eine möglichst hohe journalistische Qualität und Verlässlichkeit sicherzustellen.

Die Führung bot uns nicht nur einen informativen Einblick in die Studioarbeit, sondern auch ein besseres Verständnis für die Abläufe hinter den Fernsehbildern, die täglich in unser Wohnzimmer gelangen.

Der Tag fand einen Ausklang im Brauhaus. 

Feuerwehr, Haan & Europa

19.03.2026

Europa-Union Haan informiert ihre Mitglieder über Feuerwehrarbeit und europaweite Einsätze

Am 19.03. luden wir zu einem Vortrag über die Möglichkeiten und rechtlichen Grundlagen europaweiter Einsätze deutscher Feuerwehren ein. Referent war Stefan Longerich, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Haan und Dienstkoordinator des Rettungsdienstes in Haan. 
Zu Beginn machte Longerich deutlich, warum ein engmaschiges Netz der Gefahrenabwehr für die maximale Versorgung unverzichtbar ist – sei es durch Rettung per Einsatzfahrzeug oder Hubschrauber. „Auf unser europaweit einzig engmaschiges Netz kann man mit Recht stolz sein“ so Longerich. In Deutschland leisten dafür, nach den von Longerich genannten Zahlen, rund 1,3 Millionen Feuerwehrleute ihren Dienst und allein in Haan wurden im Jahr 2025 durch 237 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr rund 3.700 Notfallrettungen und 1.400 Krankentransporte durchgeführt.

Einen Schwerpunkt des Vortrags bildete die europäische Zusammenarbeit im Katastrophenschutz. Longerich erläuterte das EU-Programm rescEU als zusätzliche Schutzschicht des EU-Katastrophenschutzmechanismus. Dabei handelt es sich um strategische, europäische Reserven an Einsatzkapazitäten mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und spezialisierten medizinischen CBRN-Teams.
Als Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit nannte Longerich außerdem Crossfire. Dabei handelt es sich um eine deutsch-niederländische Feuerwehrkooperation im Raum Bocholt und Dinxperlo, die zeigt, wie praktische Zusammenarbeit über Grenzen hinweg organisiert werden kann.

Zum Ende seines Vortrags verwies Stefan Longerich auf die Rufnummer 116117 und machte deutlich, wie wichtig es sei, über dieses Angebot informiert zu sein. Unter der bundesweit kostenfreien 116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst bundesweit, ohne Vorwahl, sowie 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche erreichbar. Das Angebot richtet sich an Menschen, die dringend ärztliche Hilfe benötigen, ohne dass ein lebensbedrohlicher Notfall vorliegt. Gerade außerhalb der regulären Praxiszeiten kann die 116117 helfen, schnell und gezielt die passende medizinische Versorgung zu finden.

Besonders wies Longerich auf das über die 116117 zu erreichende Patienten-Navi hin. Diese unterstützt bei der Ersteinschätzung gesundheitlicher Beschwerden und gibt eine Orientierung, ob eine Behandlung im Krankenhaus, in einer Bereitschaftspraxis oder erst am nächsten Tag in einer Arztpraxis notwendig ist. Longerich wünscht sich, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger mit den Möglichkeiten der 116117 vertraut machten, denn diese Kenntnis helfe nicht nur dem Einzelnen im Bedarfsfall, sondern entlaste auch das gesamte Versorgungssystem.

Für echte lebensbedrohliche Notfälle bleibt allerdings weiterhin die 112 die richtige Nummer.

Rathausgespräch „Frieden oder Aufrüstung in Europa

09.03.2026

Rathausgespräch „Frieden oder Aufrüstung in Europa: Sind wir in einem neuen Kalten Krieg?“

Am 9. März 2026 lud die Europa-Union Haan und die VHS Hilden-Haan zu einem gut besuchten Rathausgespräch, zu dem Prof. Dr. Patrick Sensburg als Referent eingeladen war. Die Veranstaltung bot Platz für eine Diskussion über die sicherheitspolitischen Herausforderungen Europas. 

Der Vortrag gliederte sich in drei zentrale Themenfelder:

  1. Wo kommen wir her? (1989) — Wo stehen wir heute ?
    Prof. Sensburg skizzierte die Nachkriegs- und Einigungsdynamik seit 1989: Die friedliche Wiedervereinigung habe zunächst eine Welle des Optimismus ausgelöst, in der Verteidigungspolitik kaum mehr ein dominanter Schwerpunkt war. Zugleich wies er darauf hin, dass schon frühere sicherheitspolitische Dokumente (Weißbuch , Sicherheitsaussagen zur Annexion der Krim) auf sich verändernde Risiken hinwiesen.
  2. Welche Gefahren bestehen heute ?
    Im zweiten Block machte der Referent deutlich, dass die Gefahr besteht, in eine Eskalationsdynamik hineingezogen zu werden, in der moralische Maßstäbe an Bedeutung verlieren. Er thematisierte die schwierige Frage, wie und mit wem aufgerüstet werden soll — insbesondere vor dem Hintergrund politischer Verschiebungen in Nachbarstaaten, in denen Rechtsextreme Einfluss gewinnen.
  3. Wie kann Europa seine Zukunft gestalten ? — Visionen und Herzens-Themen
    Abschließend plädierte Prof. Sensburg dafür, für Europa wieder „Herz-Themen“, Träume und Visionen zu entwickeln, damit Europa künftig nicht als Verlierer, sondern als „Big Player“ in der Welt auftritt.

In der Abschlussdiskussion ergab sich u.a. ein Dialog: Dr. Sensburg erzählte von seiner gymnasialen Abschlussfahrt nach Berlin zur Zeit des Mauerfalls und davon, dass viele Mitschüler damals den Kriegsdienst verweigerten. Ein Teilnehmer konterte daraufhin umgehend, dass bei seiner Unterprima Klassenfahrt zur Zeit des Mauerbaus nach Berlin kein Mitschüler diesen Schritt gegangen sei. 

Sicher im Internet

23.02.2026

Sicher im Internet — Vortrag warnt vor Betrug und gibt praktische Schutz-Tipps

Am Nachmittag des 23.02. referierte Kriminalhauptkommissarin Frau Kleppe vor 29 anwesenden Mitgliedern der Europa-Union Haan und Gästen zum Thema -Betrugsmaschen im Netz- und gab zahlreiche praktische Hinweise, wie sich insbesondere ältere Internetnutzerinnen und -nutzer schützen können. Der Vortrag machte auch deutlich: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum — dennoch sind es meist Menschen, nicht die Technik, die hier zur Schwachstelle werden.

Die Referentin erläuterte, wie Betrügerinnen und Betrüger vorgehen: Kostenlose Apps und Dienste z.B. werden nicht mit Geld, sondern mit persönlichen Daten „bezahlt“. Deshalb sei Datensparsamkeit im Alltag zentral — nur notwendige Daten angeben, Berechtigungen in Apps prüfen und unnötige Zugriffe verweigern. Auch typische Psychotricks wie Eile und Angst wurden am Beispiel konkreter Fälle erklärt.

Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Passwörter: Sichere Passwörter sollten mindestens 10 Zeichen lang sein, aus einer Kombination von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen.

Bei Unsicherheit im Umgang mit Online-Shops und Angeboten empfahl die Referentin z.B. die Informationen der Verbraucherberatung zu nutzen. Aktuelle Prüfwerkzeuge wie der -Fakeshopfinder- der Verbraucherzentrale helfen, potenziell unseriöse Shops zu erkennen.

Abschließend betonte die Referentin: Sensibilisierung und kritisches Nachfragen reduzieren das Betrugsrisiko erheblich. Wer diese Grundregeln beachtet — Datensparsamkeit, starke Passwörter und Kontrolle von Anbieterinformationen — schützt sich wirkungsvoll im Alltag.



Vortragsbericht: Analyse der US-Wahl und europäische Konsequenzen

13.02.2026

Am Abend des 13.02.26 referierte Dr. Sibo Janssen, Politikwissenschaftler und Neuzeithistoriker, vor 33 anwesenden Mitgliedern der Europa-Union Haan und Gästen zum Thema der politischen Strategien rund um die US-Wahlen und deren Bedeutung für Europa.

Im Mittelpunkt stand die Frage, warum Kamala Harris gegen Donald Trump letztlich keine realistische Chance hatte. Dr. Janssen zeigte auf, wie minutiös Donald Trump seine Wiederwahl vorbereitet hatte. Ein zentrales Element dieser Strategie war die Arbeit eines Thinktanks, der ein rund 900-seitiges Strategiepapier zur Wahlvorbereitung erstellte. Darin werde nicht nur der politische Umbau der USA detailliert beschrieben, sondern auch die Europäische Union ausdrücklich nicht als gleichwertiger Partner anerkannt.

Diese Einschätzung habe weitreichende Folgen für Europa, so Dr. Janssen. Deutschland müsse gemeinsam mit weiteren Staaten vorangehen und Verantwortung für ein starkes und handlungsfähiges Europa übernehmen. Der Vertrag von Lissabon sei in stabilen und problemlosen Zeiten ein solides Fundament, erweise sich jedoch in den aktuellen Krisen als schwer praktikabel.

Besonders eindringlich warnte der Referent davor, Europa strategisch zu schwächen: Für die kommenden Generationen dürfe die Europäische Union nicht zwischen den globalen Machtblöcken zerrieben werden. Die EU müsse ihre politische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Rolle selbstbewusst definieren und ausbauen.

1. Stammtisch 2026

04.02.2026

Stammtisch der Europa-Union Haan: 33 Mitglieder diskutieren über Werte, EU-Grenzen und digitale Politik

Großes Interesse beim vergangenen Stammtisch der Europa-Union Haan am 04.02.26:  33 Mitglieder kamen zusammen, um sich auszutauschen. Einstieg und Impulse kamen von Dirk Raabe, dessen eröffnender Impulsvortrag die anschließende Runde gut leitete. Der Impulsvortrag schloss u.a. mit drei Fragen: 

---Kann eine Demokratie langfristig stabil bleiben, wenn sie sich rein als 'Staatsnation' (über Verfassungswerte) definiert ?

---Ist die EU im Jahr 2026 auf dem Weg zu einer 'Europäischen Nation' oder ist das Konzept der Nation grundsätzlich an die Grenzen eines einzelnen Staates gebunden ?

---Inwiefern verändern digitale Räume unser Verständnis von Nation ? Fühlen wir uns heute im Jahr 2026 eher mit Menschen verbunden, die unsere digitalen Werte teilen, als mit unseren physischen Nachbarn im selben Staatsgebiet ?

Die Diskussion war bemerkenswert, viele Perspektiven wurden eingebracht. Besonders geschätzt wurden praktische Ideen für mehr Beteiligung und es hieß, dass solche Treffen das Verständnis für Europa stärken.

Wir freuen uns auf den nächsten Stammtisch — bleiben Sie neugierig und engagiert.

Vortrag: Die Methode Jean Monnet

22.01.2026

Anlässlich der Unterzeichnung des Elysee-Vertrages am 22.01.1963 luden die EuropaUnion Haan e.V. und die VHS Hilden / Haan zum Vortrag ein. 
Unser Mitglied Walter Lehming erinnerte in seinem Vortrag an Jean Monnet, einen Mann, der mit seinen Ideen und seinem Verhandlungsgeschick ganz wesentlichen Anteil am Entstehen der Europäischen Union hatte. 
Überraschenderweise sind sein Name und sein Einfluss heute kaum noch jemand bekannt. Um so spannender war es, mit dem Vortrag etwas von seinem Schaffen und seinem Lebenswerk zu hören. Wer mehr über Jean Monnet erfahren möchte, dem sei eine Reportage empfohlen, die hier aufgerufen werden kann.   

Werksführung bei der Mercedes Benz AG Düsseldorf

20.01.2026

Am 20.01.26 besuchten wir mit 15 Personen der Europa Union Haan das Mercedes Benz Sprinter Werk in Düsseldorf zu einer Werksführung. Nach einem Einführungsvortrag erhielten wir einen Einblick in die faszinierende Welt der Fahrzeugproduktion. Auf einer Produktionsfläche von rund 325.000 Quadratmetern fertigen rund 5.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die geschlossenen Baumuster des Mercedes-Benz Sprinter und eSprinter. Das Werk ist einer der größten industriellen Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe in der Region. MercedesBenz plant, in den kommenden Jahren zusätzlich rund 200 Millionen EUR in das Sprinterwerk in Düsseldorf zu investieren, um die Produktion von Transportern mit Verbrennungsmotor parallel zum E- Sprinter länger aufrechtzuerhalten.Die Zukunft am Standort Düsseldorf ist damit vorerst gesichert. Unser Rundgang startete im automatisierten Rohbau, wo wir beeindruckende Industrieroboter bei ihrer präzisen Arbeit beobachten konnten. Ob Schweißen, Lasern oder Kleben - die Roboter arbeiten effizient und sorgen für höchste Qualität.In der Montage erlebten wir live, wie die Mitarbeiter die lackierten Sprinter Schritt für Schritt mit Bauteilen ausstatten. Dabei beeindruckte uns insbesondere wie digitale und spezielle Werkzeuge die Arbeit unterstützen und auf ergonomische Arbeitsplätze geachtet wird. Ca. 450 Fahrzeuge in unterschiedlichen Ausführungen verlassen täglich das Werk. Nach mehr als zwei Stunden verließen wir alle sichtlich beeindruckt das Werk.

Fortsetzung der Diskussionsrunde "Europa und die Welt - Die Erörterung aktueller Ereignisse im historischen Kontext"

08.01.2026