An dieser Stelle finden Sie die Berichte zu den 2026 durchgeführten Veranstaltungen der EuropaUnion Haan e.V.

Besuch im WDR Studio Düsseldorf

24.03.2026

Feuerwehr, Haan & Europa

19.03.2026

Europa-Union Haan informiert ihre Mitglieder über Feuerwehrarbeit und europaweite Einsätze

Am 19.03. luden wir zu einem Vortrag über die Möglichkeiten und rechtlichen Grundlagen europaweiter Einsätze deutscher Feuerwehren ein. Referent war Stefan Longerich, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Haan und Dienstkoordinator des Rettungsdienstes in Haan. 
Zu Beginn machte Longerich deutlich, warum ein engmaschiges Netz der Gefahrenabwehr für die maximale Versorgung unverzichtbar ist – sei es durch Rettung per Einsatzfahrzeug oder Hubschrauber. „Auf unser europaweit einzig engmaschiges Netz kann man mit Recht stolz sein“ so Longerich. In Deutschland leisten dafür, nach den von Longerich genannten Zahlen, rund 1,3 Millionen Feuerwehrleute ihren Dienst und allein in Haan wurden im Jahr 2025 durch 237 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr rund 3.700 Notfallrettungen und 1.400 Krankentransporte durchgeführt.

Einen Schwerpunkt des Vortrags bildete die europäische Zusammenarbeit im Katastrophenschutz. Longerich erläuterte das EU-Programm rescEU als zusätzliche Schutzschicht des EU-Katastrophenschutzmechanismus. Dabei handelt es sich um strategische, europäische Reserven an Einsatzkapazitäten mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und spezialisierten medizinischen CBRN-Teams.
Als Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit nannte Longerich außerdem Crossfire. Dabei handelt es sich um eine deutsch-niederländische Feuerwehrkooperation im Raum Bocholt und Dinxperlo, die zeigt, wie praktische Zusammenarbeit über Grenzen hinweg organisiert werden kann.

Zum Ende seines Vortrags verwies Stefan Longerich auf die Rufnummer 116117 und machte deutlich, wie wichtig es sei, über dieses Angebot informiert zu sein. Unter der bundesweit kostenfreien 116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst bundesweit, ohne Vorwahl, sowie 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche erreichbar. Das Angebot richtet sich an Menschen, die dringend ärztliche Hilfe benötigen, ohne dass ein lebensbedrohlicher Notfall vorliegt. Gerade außerhalb der regulären Praxiszeiten kann die 116117 helfen, schnell und gezielt die passende medizinische Versorgung zu finden.

Besonders wies Longerich auf das über die 116117 zu erreichende Patienten-Navi hin. Diese unterstützt bei der Ersteinschätzung gesundheitlicher Beschwerden und gibt eine Orientierung, ob eine Behandlung im Krankenhaus, in einer Bereitschaftspraxis oder erst am nächsten Tag in einer Arztpraxis notwendig ist. Longerich wünscht sich, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger mit den Möglichkeiten der 116117 vertraut machten, denn diese Kenntnis helfe nicht nur dem Einzelnen im Bedarfsfall, sondern entlaste auch das gesamte Versorgungssystem.

Für echte lebensbedrohliche Notfälle bleibt allerdings weiterhin die 112 die richtige Nummer.

Rathausgespräch „Frieden oder Aufrüstung in Europa

09.03.2026

Rathausgespräch „Frieden oder Aufrüstung in Europa: Sind wir in einem neuen Kalten Krieg?“

Am 9. März 2026 lud die Europa-Union Haan und die VHS Hilden-Haan zu einem gut besuchten Rathausgespräch, zu dem Prof. Dr. Patrick Sensburg als Referent eingeladen war. Die Veranstaltung bot Platz für eine Diskussion über die sicherheitspolitischen Herausforderungen Europas. 

Der Vortrag gliederte sich in drei zentrale Themenfelder:

  1. Wo kommen wir her? (1989) — Wo stehen wir heute ?
    Prof. Sensburg skizzierte die Nachkriegs- und Einigungsdynamik seit 1989: Die friedliche Wiedervereinigung habe zunächst eine Welle des Optimismus ausgelöst, in der Verteidigungspolitik kaum mehr ein dominanter Schwerpunkt war. Zugleich wies er darauf hin, dass schon frühere sicherheitspolitische Dokumente (Weißbuch , Sicherheitsaussagen zur Annexion der Krim) auf sich verändernde Risiken hinwiesen.
  2. Welche Gefahren bestehen heute ?
    Im zweiten Block machte der Referent deutlich, dass die Gefahr besteht, in eine Eskalationsdynamik hineingezogen zu werden, in der moralische Maßstäbe an Bedeutung verlieren. Er thematisierte die schwierige Frage, wie und mit wem aufgerüstet werden soll — insbesondere vor dem Hintergrund politischer Verschiebungen in Nachbarstaaten, in denen Rechtsextreme Einfluss gewinnen.
  3. Wie kann Europa seine Zukunft gestalten ? — Visionen und Herzens-Themen
    Abschließend plädierte Prof. Sensburg dafür, für Europa wieder „Herz-Themen“, Träume und Visionen zu entwickeln, damit Europa künftig nicht als Verlierer, sondern als „Big Player“ in der Welt auftritt.

In der Abschlussdiskussion ergab sich u.a. ein Dialog: Dr. Sensburg erzählte von seiner gymnasialen Abschlussfahrt nach Berlin zur Zeit des Mauerfalls und davon, dass viele Mitschüler damals den Kriegsdienst verweigerten. Ein Teilnehmer konterte daraufhin umgehend, dass bei seiner Unterprima Klassenfahrt zur Zeit des Mauerbaus nach Berlin kein Mitschüler diesen Schritt gegangen sei. 

Sicher im Internet

23.02.2026

Sicher im Internet — Vortrag warnt vor Betrug und gibt praktische Schutz-Tipps

Am Nachmittag des 23.02. referierte Kriminalhauptkommissarin Frau Kleppe vor 29 anwesenden Mitgliedern der Europa-Union Haan und Gästen zum Thema -Betrugsmaschen im Netz- und gab zahlreiche praktische Hinweise, wie sich insbesondere ältere Internetnutzerinnen und -nutzer schützen können. Der Vortrag machte auch deutlich: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum — dennoch sind es meist Menschen, nicht die Technik, die hier zur Schwachstelle werden.

Die Referentin erläuterte, wie Betrügerinnen und Betrüger vorgehen: Kostenlose Apps und Dienste z.B. werden nicht mit Geld, sondern mit persönlichen Daten „bezahlt“. Deshalb sei Datensparsamkeit im Alltag zentral — nur notwendige Daten angeben, Berechtigungen in Apps prüfen und unnötige Zugriffe verweigern. Auch typische Psychotricks wie Eile und Angst wurden am Beispiel konkreter Fälle erklärt.

Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Passwörter: Sichere Passwörter sollten mindestens 10 Zeichen lang sein, aus einer Kombination von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen.

Bei Unsicherheit im Umgang mit Online-Shops und Angeboten empfahl die Referentin z.B. die Informationen der Verbraucherberatung zu nutzen. Aktuelle Prüfwerkzeuge wie der -Fakeshopfinder- der Verbraucherzentrale helfen, potenziell unseriöse Shops zu erkennen.

Abschließend betonte die Referentin: Sensibilisierung und kritisches Nachfragen reduzieren das Betrugsrisiko erheblich. Wer diese Grundregeln beachtet — Datensparsamkeit, starke Passwörter und Kontrolle von Anbieterinformationen — schützt sich wirkungsvoll im Alltag.



Vortragsbericht: Analyse der US-Wahl und europäische Konsequenzen

13.02.2026

Am Abend des 13.02.26 referierte Dr. Sibo Janssen, Politikwissenschaftler und Neuzeithistoriker, vor 33 anwesenden Mitgliedern der Europa-Union Haan und Gästen zum Thema der politischen Strategien rund um die US-Wahlen und deren Bedeutung für Europa.

Im Mittelpunkt stand die Frage, warum Kamala Harris gegen Donald Trump letztlich keine realistische Chance hatte. Dr. Janssen zeigte auf, wie minutiös Donald Trump seine Wiederwahl vorbereitet hatte. Ein zentrales Element dieser Strategie war die Arbeit eines Thinktanks, der ein rund 900-seitiges Strategiepapier zur Wahlvorbereitung erstellte. Darin werde nicht nur der politische Umbau der USA detailliert beschrieben, sondern auch die Europäische Union ausdrücklich nicht als gleichwertiger Partner anerkannt.

Diese Einschätzung habe weitreichende Folgen für Europa, so Dr. Janssen. Deutschland müsse gemeinsam mit weiteren Staaten vorangehen und Verantwortung für ein starkes und handlungsfähiges Europa übernehmen. Der Vertrag von Lissabon sei in stabilen und problemlosen Zeiten ein solides Fundament, erweise sich jedoch in den aktuellen Krisen als schwer praktikabel.

Besonders eindringlich warnte der Referent davor, Europa strategisch zu schwächen: Für die kommenden Generationen dürfe die Europäische Union nicht zwischen den globalen Machtblöcken zerrieben werden. Die EU müsse ihre politische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Rolle selbstbewusst definieren und ausbauen.

1. Stammtisch 2026

04.02.2026

Stammtisch der Europa-Union Haan: 33 Mitglieder diskutieren über Werte, EU-Grenzen und digitale Politik

Großes Interesse beim vergangenen Stammtisch der Europa-Union Haan am 04.02.26:  33 Mitglieder kamen zusammen, um sich auszutauschen. Einstieg und Impulse kamen von Dirk Raabe, dessen eröffnender Impulsvortrag die anschließende Runde gut leitete. Der Impulsvortrag schloss u.a. mit drei Fragen: 

---Kann eine Demokratie langfristig stabil bleiben, wenn sie sich rein als 'Staatsnation' (über Verfassungswerte) definiert ?

---Ist die EU im Jahr 2026 auf dem Weg zu einer 'Europäischen Nation' oder ist das Konzept der Nation grundsätzlich an die Grenzen eines einzelnen Staates gebunden ?

---Inwiefern verändern digitale Räume unser Verständnis von Nation ? Fühlen wir uns heute im Jahr 2026 eher mit Menschen verbunden, die unsere digitalen Werte teilen, als mit unseren physischen Nachbarn im selben Staatsgebiet ?

Die Diskussion war bemerkenswert, viele Perspektiven wurden eingebracht. Besonders geschätzt wurden praktische Ideen für mehr Beteiligung und es hieß, dass solche Treffen das Verständnis für Europa stärken.

Wir freuen uns auf den nächsten Stammtisch — bleiben Sie neugierig und engagiert.

Vortrag: Die Methode Jean Monnet

22.01.2026

Anlässlich der Unterzeichnung des Elysee-Vertrages am 22.01.1963 luden die EuropaUnion Haan e.V. und die VHS Hilden / Haan zum Vortrag ein. 
Unser Mitglied Walter Lehming erinnerte in seinem Vortrag an Jean Monnet, einen Mann, der mit seinen Ideen und seinem Verhandlungsgeschick ganz wesentlichen Anteil am Entstehen der Europäischen Union hatte. 
Überraschenderweise sind sein Name und sein Einfluss heute kaum noch jemand bekannt. Um so spannender war es, mit dem Vortrag etwas von seinem Schaffen und seinem Lebenswerk zu hören. Wer mehr über Jean Monnet erfahren möchte, dem sei eine Reportage empfohlen, die hier aufgerufen werden kann.   

Werksführung bei der Mercedes Benz AG Düsseldorf

20.01.2026

Am 20.01.26 besuchten wir mit 15 Personen der Europa Union Haan das Mercedes Benz Sprinter Werk in Düsseldorf zu einer Werksführung. Nach einem Einführungsvortrag erhielten wir einen Einblick in die faszinierende Welt der Fahrzeugproduktion. Auf einer Produktionsfläche von rund 325.000 Quadratmetern fertigen rund 5.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die geschlossenen Baumuster des Mercedes-Benz Sprinter und eSprinter. Das Werk ist einer der größten industriellen Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe in der Region. MercedesBenz plant, in den kommenden Jahren zusätzlich rund 200 Millionen EUR in das Sprinterwerk in Düsseldorf zu investieren, um die Produktion von Transportern mit Verbrennungsmotor parallel zum E- Sprinter länger aufrechtzuerhalten.Die Zukunft am Standort Düsseldorf ist damit vorerst gesichert. Unser Rundgang startete im automatisierten Rohbau, wo wir beeindruckende Industrieroboter bei ihrer präzisen Arbeit beobachten konnten. Ob Schweißen, Lasern oder Kleben - die Roboter arbeiten effizient und sorgen für höchste Qualität.In der Montage erlebten wir live, wie die Mitarbeiter die lackierten Sprinter Schritt für Schritt mit Bauteilen ausstatten. Dabei beeindruckte uns insbesondere wie digitale und spezielle Werkzeuge die Arbeit unterstützen und auf ergonomische Arbeitsplätze geachtet wird. Ca. 450 Fahrzeuge in unterschiedlichen Ausführungen verlassen täglich das Werk. Nach mehr als zwei Stunden verließen wir alle sichtlich beeindruckt das Werk.

Fortsetzung der Diskussionsrunde "Europa und die Welt - Die Erörterung aktueller Ereignisse im historischen Kontext"

08.01.2026