Rathausgespräch: „Frieden oder Aufrüstung in Europa – sind wir in einem neuen Kalten Krieg ?“

Zu einem gut besuchten Rathausgespräch hatten die Europa-Union Haan und die VHS Hilden-Haan am 09.03.26 eingeladen. Referent des Abends war Prof. Dr. Patrick Sensburg, der in seinem Vortrag die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen Europas beleuchtete.

Seinen Vortrag gliederte Sensburg in drei Themenfelder. Zunächst blickte er auf die Entwicklungen seit 1989 zurück. Die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands habe damals eine Welle der Hoffnung ausgelöst, in der Fragen der Verteidigungspolitik zunehmend in den Hintergrund getreten seien. Gleichzeitig erinnerte Sensburg daran, dass bereits früh sicherheitspolitische Warnungen ausgesprochen wurden, etwa mit Blick auf die Annexion der Krim.

Im zweiten Teil ging es um die heutige Situation. Dr. Sensburg warnte vor der Gefahr, dass Europa in einen Konflikt hineingezogen werden könnte, in dem moralische Maßstäbe zunehmend an Bedeutung verlieren. Dabei stellte er auch die Frage, wie eine notwendige sicherheitspolitische Stärkung Europas gestaltet werden könne, wenn sich in einigen europäischen Nachbarstaaten rechtsextreme politische Kräfte im Aufwind befinden.

Im dritten Themenblock betonte Sensburg, dass Europa neben sicherheitspolitischen Maßnahmen auch neue „Herz-Themen“, Visionen und eine überzeugende Perspektive für die Zukunft benötige. Entscheidend sei die Frage, ob Europa künftig als globaler Akteur auftreten werde oder politisch an Einfluss verliere.

In der anschließenden Diskussion formulierte Dr. Sensburg seine eigene gymnasiale Abschlussfahrt nach Berlin zur Zeit des Mauerfalls. Viele seiner Mitschüler hätten damals angesichts der politischen Veränderungen den Kriegsdienst verweigert. Ein Teilnehmer konterte umgehend, dass bei seiner Unterprima Klassenfahrt zur Zeit des Mauerbaus nach Berlin kein Mitschüler diesen Schritt gegangen sei. 

 

Foto: Europa-Union