„Stop Putin NOW! – Aber wie?“

„Stop Putin NOW! – Aber wie?“ – unter diesem Titel luden die VHS, die Stadt Hilden und die Europa-Union Haan am Donnerstag, den 7. April alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in den Alten Ratssaal im Bürgerhaus ein. Gastredner des Abends war der ehemalige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, Ruprecht Polenz.

„Stop Putin NOW! – Aber wie?“ – unter diesem Titel luden die VHS, die Stadt Hilden und die Europa-Union Haan am Donnerstag, den 7. April alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in den Alten Ratssaal im Bürgerhaus ein. Gastredner des Abends war der ehemalige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, Ruprecht Polenz. Dieser hatte gemeinsam mit 72 weiteren Expertinnen und Experten für Osteuropa- und Sicherheitspolitik bereits im Januar 2022 eine grundlegende Korrektur der deutschen Russlandpolitik gefordert, wie Bürgermeister Dr. Claus Pommer in seiner Begrüßungsrede in dem mit 24 Zuhörern gut gefüllten Bürgersaal erwähnte. Dem Vorgehen des Kremls schaue Deutschland als größte europäische Wirtschaftsmacht seit nunmehr drei Jahrzehnten zwar kritisch, aber weitgehend tatenlos zu. Und so wies Polenz auch an diesem Abend zunächst auf eines hin: Der Satz „Seit Februar 2022 herrscht in Europa wieder Krieg“ sei falsch, der Krieg habe bereits 2014 mit dem russischen Einmarsch in den Donbas begonnen und bis Februar 18.000 Menschenleben gekostet. Zu stoppen, so Polenz weiter, sei Putin nur durch ein entschlossenes und gemeinsames Vorgehen der restlichen Staatenwelt. So forderte er das schnelle Schließen von Sanktions-Schlupflöchern und, wenn nötig, auch eine Ausweitung der Sanktionen auf den so sensiblen Energiebereich der Öl- und Gaslieferungen.  Ein Hoffnungsschimmer sei, dass die UN den russischen Einmarsch in der Ukraine mit historischer Eindeutigkeit verurteilt habe. Neben Russland selbst lehnten nur Weißrussland, Syrien, Eritrea und Nordkorea die Resolution ab. Wenig Hoffnung machte Polenz dem Publikum indes auf eine „Revolution von Innen“. Umfragen zufolge genieße der russische Regierungskurs noch immer Zustimmungsraten von 70% in der eigenen Bevölkerung. Die russische Propaganda funktioniere nach dem Motto: „Je monströser die Lüge, desto eher wird sie geglaubt.“ So glaube ein beträchtlicher Anteil der russischen Bevölkerung nach wie vor an die Zerstörung Mariupols durch die Ukrainer selbst oder an die Mär, die ukrainische Regierung bestehe aus einer Gruppe von Neonazis.

Zahlreiche Fragen zum Ende des Gesprächs zeigten das Interesse der Besucher, was auch die Mitglieder der Europa-Union Haan freut; Zukünftig möchte diese gemeinsam mit der VHS nämlich regelmäßig Informationsveranstaltungen zu aktuellen politischen Themen im Alten Ratssaal der Stadt Hilden anbieten.